2012 Taufe Christine Egerszegi

Die blaue Rose – Erklärung eines Mythos

Blaue Rosen stehen seit Jahrhunderten für das Geheimnisvolle, das Unerreichbare und die Sehnsucht nach dem Unmöglichen. In Märchen, Gedichten und Kunstwerken tauchen sie immer wieder auf – in der Natur sucht man eine wirklich blaue Rose jedoch vergeblich.

Der Grund liegt in der Genetik: Rosen fehlt von Natur aus das Gen, das die Bildung des blauen Pflanzenfarbstoffs Delphinidin ermöglicht. Dieser Farbstoff sorgt beispielsweise bei Rittersporn oder einigen Hortensien für blaue Blüten. Da Rosen ihn nicht selbst herstellen können, gibt es trotz jahrhundertelanger Züchtungsarbeit bis heute keine natürlich gewachsene Rose in einem reinen Blau.

Im Handel angebotene Rosen in einem leuchtenden Reinblau (wie in diesem KI-generierten Bild) sind dagegen nachträglich gefärbt. Dafür werden meist weisse Schnittrosen in eine Farblösung gestellt, welche über die Leitungsbahnen in die Blütenblätter gelangt. Solche Rosen sind eindrucksvoll, ihre Farbe ist jedoch nicht natürlich gewachsen.

Die echte blaue Rose bleibt damit vorerst ein Mythos. Gerade diese Unerreichbarkeit macht sie zu einem starken Symbol – und lässt die violetten, fliederfarbenen und silbrig-mauven Rosensorten im Garten umso faszinierender erscheinen.

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Warum wirken manche Rosen trotzdem bläulich?

Einige Rosensorten besitzen besonders kühle Violett-, Flieder- oder Mauvetöne. Je nach Licht, Temperatur, Blütenalter und Hintergrund können diese Farben auf unser Auge beinahe blau wirken. Besonders bei bedecktem Himmel oder im kühlen Morgenlicht tritt dieser Eindruck stärker hervor. In warmem Sonnenlicht erscheinen dieselben Blüten dagegen häufig deutlich violetter oder rosafarbener.

Auch während des Verblühens kann sich die Blütenfarbe verändern. Warme rote oder rosafarbene Pigmente werden teilweise abgebaut, wodurch kühlere Farbtöne stärker sichtbar werden.

Rosen mit einem Hauch von Blau

In unserem Sortiment finden Sie verschiedene Sorten, die dem Mythos der blauen Rose zumindest farblich nahekommen:

  • Hans Rathgeb: Ihre zunächst kräftig gefärbten Blüten entwickeln besonders beim Abblühen einen auffallend kühlen, bläulich-violetten Farbton.
  • Heidi Klum Rose: Die stark gefüllten, intensiv duftenden Blüten zeigen ein kräftiges Violett mit kühlen, teilweise bläulich wirkenden Nuancen.
  • Mainzer Fastnacht: Eine klassische Edelrose mit eleganten, fliederfarbenen Blüten. Bei passendem Licht erscheint ihre Farbe beinahe silbrig-blau.
  • Novalis: Die nostalgisch gefüllten Blüten besitzen einen aussergewöhnlichen Lavendelton, der je nach Witterung und Blütenstadium kühl und bläulich wirken kann.







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